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Startseite » Wuppertal » Gefahr für Tropenwälder durch Übernutzung, Entwaldung und Verschmutzung

Gefahr für Tropenwälder durch Übernutzung, Entwaldung und Verschmutzung

11. September 2025
in Wuppertal
Reading Time: 4Minuten Lesezeit
Gefahr für Tropenwälder durch Übernutzung, Entwaldung und Verschmutzung
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(openPR) Sie forschen zu Tropenwäldern – was war Ihr letztes Forschungsprojekt und was haben Sie herausgefunden?

In einem unserer letzten Forschungsprojekte, gemeinsam mit meinem Kollegen Dr. Abubakar Bello, haben wir uns mit der Erfassung der pflanzlichen Artenvielfalt von Nigeria befasst, dem bevölkerungsreichsten Land auf dem afrikanischen Kontinent. Für diese Arbeit waren Belege und Daten aus Herbarien, also wissenschaftlichen Pflanzensammlungen, auch „Bibliotheken der Biodiversität“ genannt, von zentraler Bedeutung. Wir fanden heraus, dass mehr als 1000 Gefäßpflanzen noch unbeschrieben sein könnten. Damit ergibt sich für dieses westafrikanische Land eine ungefähre Zunahme von 20 Prozent an anerkannten Gefäßpflanzenarten in den nächsten 50 Jahren.

Welche aktuellen Probleme sehen Sie durch Ihre Forschung in Bezug auf Tropenwälder?

Die artenreichsten Regionen der Erde beherbergen einen Gutteil der weltweiten biologischen Vielfalt. Um bei Afrika zu bleiben, so befinden sich auf dem Kontinent 8 der weltweit 34 Biodiversitätshotspots. Einer davon ist der Sumpf- und Mangrovenwald im Nigerdelta in Nigeria, der zu den größten weltweit gehört und viele endemische und gefährdete Arten beherbergt. Daher sollte sein Schutz eigentlich höchste Priorität haben. Das Nigerdelta ist jedoch in hohem Maße von Übernutzung, Entwaldung und Verschmutzung betroffen. Insbesondere Ölverschmutzungen bedrohen die biologische Vielfalt, die Ökosystemleistungen und die lokale Bevölkerung. Trotz der Artenvielfalt in Nigeria ist diese jedoch noch unzureichend erforscht. Eine umfassende Dokumentation und Kenntnis der Pflanzenwelt ist jedoch essentiell für den Schutz bedrohter Arten. Nur so können wir sicherstellen, dass diese Arten mit ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten auch in Zukunft für uns Menschen zur Verfügung stehen. Und wir können entsprechende Maßnahmen ergreifen, diese Arten für uns und unsere Nachwelt zu erhalten.

Wichtig zu beachten ist vor allem auch der Klimawandel. Dieser wirkt sich auf viele tropische Regionen aus, wie etwa die von uns derzeit untersuchte Sahelzone in Nigeria und Niger. Der Klimawandel hat vielfältige Folgen für die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen, indem er die Produktivität und die biologische Vielfalt verringert. In Nigeria und Niger ist der Großteil der lokalen Bevölkerung von kleinbäuerlichen Systemen abhängig, welche die regionale Wirtschaft stützen und für Lebensunterhalt, Einkommen und Ökosystemleistungen sorgen. Die Widerstandsfähigkeit solcher Systeme hängt von der pflanzlichen Biodiversität in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, der Biodiversität in den Böden und den landwirtschaftlichen Praktiken ab. Es handelt sich um sehr komplexes Wirkungsgefüge zwischen menschlicher Nutzung, Klimawandel und Biodiversität.

In einem derzeit laufenden Projekt beschäftigen wir uns konkret mit der komplexen Beziehung zwischen Pflanzendecke und menschlichen Aktivitäten in den betroffenen Gebieten in Nigeria und Niger. Erhebliche Umweltveränderungen in diesen Regionen führen zu Konflikten, Konflikte zu Sicherheitsbedenken, und diese schränken eine eingehende und langfristige Forschung in solchen Gebieten oft ein. Wir wollen aber genau dort hinsehen, wo es sonst niemand tut. Das erfordert einen innovativen Ansatz, eine Kombination von politischen, wirtschaftlichen und anthropologischen Konfliktstudien mit Umwelt- und ökologischen Analysen vor Ort und aus der Ferne. Dazu haben wir am LeipzigLab eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, mit zahlreichen Kollaborationspartnerinnen und -partnern aus verschiedenen Ländern. Komplexe Fragestellungen kann man am besten in einem transdisziplinären Team beantworten, nachhaltige Lösungen für die Bevölkerung vor Ort lassen sich so auch schneller finden.

Wie viel Prozent der Erdoberfläche sind mit Tropenwäldern bedeckt und wie wird sich das entwickeln?

Mein Kollege am LeipzigLab, Dr. João Vidal, hat vor wenigen Tagen einige Berechnungen dazu angestellt, um die Biome zwischen 23,5° N und 23,5° S (den Tropen, wie sie durch Breitengradstandards definiert sind) zu schätzen: Biome, die dem gängigen Verständnis von „tropischen Wäldern“ entsprechen (Amazonas, Atlantischer Regenwald: tropische und subtropische feuchte Laubwälder) bedecken etwa 11,6 Prozent der globalen Landfläche. Man darf aber nicht vergessen, dass es daneben noch andere Arten tropischer Wälder (tropische und subtropische Trockenlaubwälder) gibt, wie etwa saisonal trockene tropische Wälder, Trockenwälder aus Neukaledonien und Madagaskar, mittelamerikanische Trockenwälder usw. Es gibt auch Nadelwälder in den Tropen, wie die Araukarienwälder in Brasilien und die Nothofagus-Wälder in der Mittelmeerregion Chiles. Und es gibt natürlich die Sumpf- und Mangrovenwälder.

Nach dem IPCC Sixth Assessment Report gingen zwischen 1990 und 2020 weltweit mehr als 420 Millionen Hektar Wald durch Abholzung verloren, wobei über 90 Prozent dieses Verlusts in tropischen Gebieten zu verzeichnen waren. Im Amazonasgebiet und in Südostasien führen bereits jetzt geringere Niederschläge, Entwaldung und Brände zu einer Verschlechterung der Waldqualität und zu Veränderungen der Ökosysteme. Diese Belastungen verstärken in Verbindung mit Landwirtschaft, Holzeinschlag und Bergbau die Erwärmung und die Veränderungen der Niederschlagsmuster und führen zu einem weiteren Waldverlust.

Jeder Tropenwald hat seine eigene Klangkulisse. In manchen Wäldern ist es ruhig, fast still, in anderen wird man von einem Klangteppich aus übermächtigen Geräuschen umhüllt: dem lauten Summen der Zikaden, zwischendurch dem Kreischen von Affen, ab und an dem Ruf eines Vogels – dazu die drückende, warme, feuchte Luft, die an der Haut klebt und den Wald wie eine lebendige, atmende Masse erscheinen lässt. Überwältigende, geballte Energie und biologische Vielfalt!

Wie schon zuvor erwähnt, gibt es in den Tropen weit mehr als nur Tropenwälder! Tropische Savannen und Graslandschaften nehmen mit 12,54 Prozent sogar eine noch größere Fläche ein als tropische und subtropische feuchte Laubwälder und umfassen wichtige Regionen für den Erhalt der Artenvielfalt, wie beispielsweise den Cerrado, die größte Savanne der Welt, die sich in Brasilien, Paraguay und Bolivien befindet. Alle diese Lebensräume sind schützenswert und wichtig – nicht zuletzt für uns Menschen!

wissenschaftliche Ansprechpartner: Prof. Dr. Alexandra Müllner-Riehl Universität Leipzig, Institut für Biologie Telefon: +49 341 97-38581

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