RuhrCampusOnline.de - Das studentische Magazin von Rhein und Ruhr
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen
Gartenfreunde
  • Bochum
  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Köln
  • Krefeld
  • Wuppertal
  • Bochum
  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Köln
  • Krefeld
  • Wuppertal
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen
Justnow Press
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen

Startseite » Wuppertal » Alte DNA schreibt die Geschichte der Verschütteten von Pompeji neu

Alte DNA schreibt die Geschichte der Verschütteten von Pompeji neu

7. November 2024
in Wuppertal
Reading Time: 3Minuten Lesezeit
Alte DNA schreibt die Geschichte der Verschütteten von Pompeji neu
Share on FacebookShare on Twitter

(openPR) m Jahr 79 n. Chr. ereignete sich einer der schwersten Ausbrüche des Vesuvs, bei dem die römische Stadt Pompeji und ihre Bewohner unter einer dicken Schicht aus kleinen Steinen und Asche, den so genannten Lapilli, begraben wurden. Viele Einwohner Pompejis kamen ums Leben, als ihre Häuser unter der Last der aus mehreren Kilometern Höhe herabfallenden Lapilli einstürzten. Diejenigen, die die erste Phase des Ausbruchs überlebten, erlagen schließlich den gefährlichen pyroklastischen Strömen. Der sich schnell bewegende Strom aus heißen Gasen und vulkanischem Material hüllte ihre Körper sofort in eine feste Ascheschicht ein und konservierte sie wirkungsvoll, einschließlich ihrer Gesichtszüge.

Seit dem 19. Jahrhundert wurden Abgüsse hergestellt, indem Gips in die Hohlräume gegossen wurde, die diese Körper nach ihrem Verfall hinterlassen hatten. Das Forschungsteam extrahierte DNA aus den stark fragmentierten Skelettresten von 14 der 86 berühmten Abgüsse, die gerade restauriert wurden. Auf diese Weise konnten sie die biologischen Verwandtschaftsverhältnisse genau bestimmen, das genetische Geschlecht feststellen und die Abstammung zurückverfolgen. Interessanterweise widersprachen ihre Ergebnisse weitgehend früheren Annahmen, die ausschließlich auf dem äußeren Erscheinungsbild und der Positionierung der Abgüsse beruhten.

„Unsere Studie zeigt, wie die Analyse alter DNA auf archäologischen Daten basierende Interpretationen wesentlich ergänzen kann“, sagt Professor David Caramelli vom Institut für Anthropologie der Universität Florenz. „Die Ergebnisse stellen gängige Vorstellungen in Frage, wie die Verbindung von Schmuck mit Weiblichkeit oder die Interpretation von physischer Nähe als Beweis für familiäre Beziehungen.“ Caramelli ergänzt: „Die DNA-Belege fügen den oft sehr einfachen Interpretationen von Verwandtschaft eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Im Haus des Goldenen Armbands zum Beispiel, dem einzigen Ort, für den wir genetische Informationen von mehreren Personen haben, sind die vier Personen, die bisher als Eltern und ihre Kinder galten, tatsächlich nicht genetisch miteinander verwandt.“

„Die wissenschaftlichen Daten, die wir liefern, stimmen nicht immer mit den gängigen Annahmen überein“, sagt David Reich von der Harvard University. „Ein besonders interessantes Beispiel ist die Entdeckung, dass eine erwachsene Person mit einem goldenen Armreif und einem Kind auf dem Arm nicht, wie traditionell angenommen, eine Mutter mit ihrem Kind war, sondern ein erwachsener Mann mit einem Kind, das nicht mit ihm verwandt war. Weiterhin konnten wir feststellen, dass mindestens eines von zwei Individuen, die bisher als Schwestern oder Mutter und Tochter galten, männlich war. Diese Ergebnisse stellen traditionelle Annahmen über Geschlecht und Familie in Frage.“

Auch über die Abstammung der Bewohner Pompejis und ihre unterschiedliche genomische Herkunft gaben die genetischen Daten Aufschluss. Dass sie hauptsächlich von kürzlich eingewanderten Bevölkerungsgruppen aus dem östlichen Mittelmeerraum abstammten, unterstreicht den kosmopolitischen Charakter des Römischen Reiches.

„Unsere Ergebnisse haben weitreichende Konsequenzen für die Interpretation archäologischer Daten und das Verständnis vergangener Gesellschaften“, sagt Alissa Mittnik vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. “Sie unterstreichen, wie wichtig es ist, genetische Daten mit archäologischen und historischen Informationen zu verknüpfen, um Fehlinterpretationen aufgrund moderner Annahmen zu vermeiden. Die Studie zeigt auch, wie vielfältig und kosmopolitisch die Bevölkerung Pompejis war, was die allgemeinen Muster der Mobilität und des kulturellen Austauschs im Römischen Reich widerspiegelt“.

„Es ist wahrscheinlich, dass frühere Restauratoren die Körperhaltung und die Positionierung der Abgüsse verändert haben, um eine Geschichte zu erzählen“, fügt David Caramelli hinzu. „Durch die Kombination von genetischen Daten und anderen bioarchäologischen Methoden können wir das Leben und die Gewohnheiten der Opfer des Vesuvausbruchs nun besser verstehen.“

„Der Pompeji-Park hat seit Jahren die Analyse alter DNA in seine Studienprotokolle aufgenommen – nicht nur von menschlichen Opfern, sondern auch von Tieren“, sagt Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Pompeji-Parks. Er erklärt, dass der Park in seinen eigenen Labors eine Vielzahl von Forschungsprojekten durchführt. Dazu gehören Isotopenanalyse, Diagnostik, Geologie, Vulkanologie und vor allem die Rekonstruktion alter Technologien durch Reverse Engineering. Zuchtriegel betont: „All diese Elemente tragen zu einer umfassenden Neuinterpretation der archäologischen Funde bei. Diese Bemühungen machen Pompeji zu einem wahren Inkubator für die Entwicklung neuer Methoden, Ressourcen und wissenschaftlicher Vergleichsstudien“.

wissenschaftliche Ansprechpartner: Dr. Alissa Mittnik Dept. of Archaeogenetics Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig

Vorherige News

Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“ präsentiert auf Dialogveranstaltung neue Erkenntnisse zu Grubenflutungen

Nächste News

BIGSAS Journalist Award für Birte Mensing, Ruona Meyer und Bettina Rühl

Ähnliche Beiträge

Forschende erzeugen chirales antiferromagnetisches Netzwerk
Wuppertal

Forschende erzeugen chirales antiferromagnetisches Netzwerk

2. Dezember 2025
Neuer Zugang verbindet Quantenphysik und Gravitation
Wuppertal

Neuer Zugang verbindet Quantenphysik und Gravitation

2. Dezember 2025
Einzellige Jäger schützen Kläranlagen vor Funktionsstörungen
Wuppertal

Einzellige Jäger schützen Kläranlagen vor Funktionsstörungen

1. Dezember 2025
Neue Einblicke in die Grundprinzipien der Augenentwicklung
Wuppertal

Neue Einblicke in die Grundprinzipien der Augenentwicklung

1. Dezember 2025

Beliebte News

  • Opfer von Jakub Jahl in Afrika

    Opfer von Jakub Jahl in Afrika

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Rotary Club Bochum-Hellweg engagiert sich fürs Deutschlandstipendium

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Rotary Club Bochum-Hellweg verleiht RUB-Universitätspreis für herausragende Abschlussarbeit an Nele Borgert

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Desk-Sharing Plattform aus Bonn erobert Deutschlands Coworking-Markt

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • RFH Köln informiert über Bachelor Wirtschaftsinformatik

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
© 2020 RuhrCampusOnline.de
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen
  • Bochum
  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Köln
  • Krefeld
  • Wuppertal

Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen anzeigen
  • {title}
  • {title}
  • {title}