RuhrCampusOnline.de - Das studentische Magazin von Rhein und Ruhr
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen
Gartenfreunde
  • Bochum
  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Köln
  • Krefeld
  • Wuppertal
  • Bochum
  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Köln
  • Krefeld
  • Wuppertal
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen
Justnow Press
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen

Startseite » Köln » Forscher aus Saarbrücken knacken Dreikörper-Berechnungen

Forscher aus Saarbrücken knacken Dreikörper-Berechnungen

10. September 2025
in Köln
Reading Time: 4Minuten Lesezeit
Forscher aus Saarbrücken knacken Dreikörper-Berechnungen
Share on FacebookShare on Twitter

(openPR) Wenn Mathematik es bis ins Netflix-Programm schafft, muss schon was dahinter sein: In der Serie „3 Body Problem“ entspinnt sich, auf Grundlage eines ebenfalls populären chinesischen Science-Fiction-Romans, die Geschichte einer außerirdischen Zivilisation, die auf der Suche nach einer sicheren Heimat ist, da ihre Heimatwelt um gleich drei Sonnen kreist und ihre Bewohner in arge Bedrängnis bringt. Genauer gesagt, schlingert ihre Planet chaotisch um die drei Sterne und gerät dadurch immer wieder in existenzielle Nöte. Denn eine genaue mathematische Vorhersage, wann ihr Heimatplanet in welchem Abstand um eine der drei Sonnen wandert, ist kaum möglich, sodass sich die Außerirdischen nicht auf die Auswirkungen von zu viel Nähe oder Entfernung einstellen können und ihr Heil in der Flucht Richtung Erde suchen.

Mathematisch gesprochen steckt dahinter ein sogenanntes „Dreikörperproblem“, womit auch der Titel erklärt wäre. Die Vorhersage, wie sich mehrere Körper zueinander verhalten, betrifft aber in der Natur natürlich mehr als drei in Wechselwirkung stehende Körper, und natürlich betrifft dies auch nicht nur Objekte auf astronomischer Größenskala, sondern auch mikroskopische Körper wie Atome und Moleküle. Dementsprechend sind solche „Vielkörper“-Probleme überall anzutreffen, zum Beispiel beim Design neuer Materialien und Chemikalien.

Möchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise ergründen, warum sich Atome und Moleküle in einem Kristall auf eine ganz bestimmte Weise anordnen, müssen sie im Idealfall präzise verstehen und vorhersagen können, wie jedes einzelne Teilchen eines Kristallgitters mit allen anderen Teilchen in Wechselwirkung steht. Und das ist ein immens schwieriges Unterfangen. Denn eine Wechselwirkung von drei Teilchen (oder Körpern) untereinander ist mehr als die Summe der Wechselwirkung von zwei Teilchen plus eins. „Man kann es mit einem Gespräch vergleichen: Wenn sich zwei Menschen über etwas unterhalten und eine dritte Person kommt hinzu, geht das Gespräch nicht nahtlos weiter. Es entsteht eine ganz andere Konversation“, verbildlicht der Mathematiker Andreas Buchheit das Phänomen. Am Ende kann man bei einer solchen „Dreikörper-Wechselwirkung“ nicht mehr „auseinanderfriemeln“, wer wann wie auf welchen anderen Körper gewirkt hat, so Andreas Buchheit.

Soweit zur Beziehung dreier Teilchen untereinander. Richtig herausfordernd wird es, wenn die Beziehungen eines Objekts aus 10 hoch 23 miteinander in Wechselwirkung stehender Teilchen vorauszusagen ist. Während bei der Berechnung der Energie pro Teilchen eine Summe mit 10 hoch 23 Summanden auftaucht, quadriert sich die Anzahl der Summanden bei Dreikörperkräften zu 10 hoch 46, was ungefähr der Anzahl an Atomen auf der Erde entspricht. „Bis jetzt konnten solche riesigen Gittersummen, wie sie entstehen, wenn man das Verhalten von Atomen in einem Körper beschreiben möchte, allenfalls näherungsweise berechnet werden. Ab einem bestimmten Detailgrad werden die Summen daher ‚abgeschnitten‘. Eine Berechnung entspricht also nicht vollkommen dem, was in der Natur tatsächlich passiert“, erklärt der Mathematiker, der sich an der Universität des Saarlandes auf die Lösung solcher Gittersummen-Probleme spezialisiert hat.

Ein Werkzeug im mathematischen Lösungskatalog kann die Epsteinsche Zeta-Funktion sein. Buchheit, Research Fellow an der Arbeitsgruppe von Mathematik-Professor Andreas Rupp, forscht seit einiger Zeit an Verallgemeinerungen dieser Funktion, die auf den deutschen Mathematiker Paul Epstein zurückgeht, der 1903 die Grundlage für die Berechnung solch riesiger Gittersummen gelegt hat.

Buchheits jüngst mit seinem Doktoranden Jonathan K. Busse sowie Kolleginnen und Kollegen aus Neuseeland veröffentlichte Arbeit im „AIP Journal of Chemical Physics“ legt dar, wie die Epsteinsche Zeta-Funktion mathematisch „umgebaut“ werden muss, um auch solche riesigen Summen zu berechnen, wenn man das Verhalten von 10 hoch 23 Teilchen präzise modellieren möchte. Dafür haben sich die Mathematiker einen Trick einfallen lassen: „Wir müssen gar nicht die Summen selbst berechnen, die ja die Berechnung so schwierig machen. Stattdessen bilden wir Integrale verschiedener Zeta-Funktionen, so dass wir die Laufzeit der Berechnung exponentiell reduzieren können“, fasst Andreas Buchheit den Kern der Publikation zusammen.

Was für Nicht-Mathematiker trotzdem noch recht unverständlich klingt (und was auch vermutlich so bleiben wird), hat allerdings eine handfeste Folge, die dennoch jeder verstehen kann: „Am Ende brauchen wir dadurch für die Simulation von Materialien mit realistischen Dreikörper-Wechselwirkungen statt einen Monat Rechenzeit auf einem Supercomputer nur noch wenige Minuten auf einem handelsüblichen Büro-Laptop“, erklärt Andreas Buchheit.

In der Chemie haben diese Dreikörper-Kräfte wichtige Konsequenzen. Buchheit und Kollegen konnten zeigen, dass diese bei ausreichend großer Stärke zu Änderungen in der Struktur von Kristallen führen. Dies bildet nun die Grundlage für eine groß angelegte Untersuchung der Stabilität von Materie in einer Kooperation von Saarbrücken mit Kollegen aus Neuseeland und Norwegen.

Ob die Bibliothek so viele Zugriffe wie die Netflix-Serie haben wird, darf bezweifelt werden. Sollte aber jemals tatsächlich eine außerirdische Zivilisation auf die Idee kommen, zur Erde zu fliehen, weil ihre chaotisch umhertaumelnde Heimat von drei Sonnen malträtiert wird, wird sie aber zweifellos äußerst hilfreich sein. Allerspätestens. Vermutlich aber schon deutlich früher.

Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Vorherige News

Wie Probealarme unsere Sicherheit retten

Nächste News

Humboldt-Preisträger Nam-Gyu Park erforscht nanostrukturierte Perowskit-Solarzelle

Ähnliche Beiträge

Neue Heisenberg-Professur für Teilchenphysik und deren Simulation an der TU Dresden
Köln

Neue Heisenberg-Professur für Teilchenphysik und deren Simulation an der TU Dresden

2. Dezember 2025
Wie Venture Clienting Startups im Healthcare-Sektor nach vorne bringt
Köln

Wie Venture Clienting Startups im Healthcare-Sektor nach vorne bringt

28. November 2025
Wie einige Hunde zu „Wort-Genies“ werden
Köln

Wie einige Hunde zu „Wort-Genies“ werden

27. November 2025
Starke Gründungsideen beim Hochschulgründertag ausgezeichnet
Köln

Starke Gründungsideen beim Hochschulgründertag ausgezeichnet

26. November 2025

Beliebte News

  • Opfer von Jakub Jahl in Afrika

    Opfer von Jakub Jahl in Afrika

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Rotary Club Bochum-Hellweg engagiert sich fürs Deutschlandstipendium

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Rotary Club Bochum-Hellweg verleiht RUB-Universitätspreis für herausragende Abschlussarbeit an Nele Borgert

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Desk-Sharing Plattform aus Bonn erobert Deutschlands Coworking-Markt

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • RFH Köln informiert über Bachelor Wirtschaftsinformatik

    0 shares
    Share 0 Tweet 0
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
© 2020 RuhrCampusOnline.de
Keine Suchergebnisse
Alle Suchergebnisse einsehen
  • Bochum
  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Köln
  • Krefeld
  • Wuppertal

Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen anzeigen
  • {title}
  • {title}
  • {title}