Wegweisende Forschung markiert Paradigmenwechsel in der Hämato-Onkologie – Förderung durch das Bundesforschungsministerium
Köln / Dresden / Fellbach bei Stuttgart, 21. November 2025 – Das Biotechnologie-Unternehmen SinABiomedics GmbH steht kurz vor einem entscheidenden Durchbruch in der Zell- und Immuntherapie. Einem internationalen Forschungsteam um Dr. Marcus Dühren-von Minden, CSO von SinABiomedics, ist es gelungen, den weltweit ersten tumorspezifischen CAR-T-Zellansatz basierend auf dem monoklonalen Antikörper gegen das R110-Epitop des Immunglobulin-Leichtketten-Gens IGLV3-21 zu entwickeln. Dieses Epitop ist charakteristisch für eine aggressive Hochrisiko-Subgruppe der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL).
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Programms „KMU-Innovativ: Biomedizin III“ mit 5,2 Millionen Euro gefördert. Die GMP-Herstellung der CAR-T-Zellen erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kölner Zelltherapie-Spezialisten CELLEX Cell Professionals GmbH. CELLEX ist an drei der in Europa kommerziell zugelassenen CAR-T-Zelltherapien beteiligt.
Mit dem R110-Antikörper und dem darauf aufbauenden CAR-T-Zell-Konstrukt verfolgt SinABiomedics erstmals den Ansatz, nicht ein Oberflächenantigen (wie CD19 oder CD20), sondern eine krankheitsspezifische Mutationssignatur des B-Zell-Rezeptors als therapeutisches Ziel zu nutzen.
„Damit gelingt ein Quantensprung in der Präzisionsonkologie“, sagt Dr. Marcus Dühren-von Minden, Miterfinder des tumorspezifischen CAR-T-Ansatzes: „Wir sprechen hier von dem ersten Mal, dass ein durch Mutation entstandenes Neoepitop als hochselektives Ziel für eine zelluläre Immuntherapie genutzt werden kann. Dies ist ein wegweisender Beweis für das Konzept des Neoepitop-Targetings mittels CAR-T-Zellen. Es demonstriert, wie wir Tumorzellen mit der Präzision eines Lasers eliminieren können, während wir das gesunde Gewebe schonen.“
In präklinischen Studien zeigte der R110-CAR-Z-Zell-Konstrukt höchste Selektivität, indem er ausschließlich Zellen mit der IGLV3-21^R110-Mutation erkannte, während gesunde B-Zellen unbeeinträchtigt blieben. Diese Selektivität minimiert Off-Target-Toxizitäten und senkt das Risiko eines Cytokine Release Syndrome (CRS).
In Kooperation mit der Technischen Universität Dresden (unter Leitung Prof. Dr. Martin Bornhäuser, NCT/UCC Dresden) wird derzeit die klinische Translation vorbereitet. Der Beginn der Phase-I/II-Studie ist für 2026 vorgesehen.
„Dass ein derart innovativer CAR-T-Ansatz aus einer privat auf den Weg gebrachten Initiative hervorgeht, ist außergewöhnlich“, betont Univ.-Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Co-Investor bei SinABiomedics sowie Schirmherr des tumorspezifischen CAR-T-Ansatzes. „Wir sind dem Bund für die Förderung dankbar, denn sie stärkt den Biotech-Standort Deutschland und ermöglicht, neuartige Therapien für Patientinnen und Patienten mit bislang unheilbaren Leukämien voranzutreiben.“
Ehninger lehrte von 1994-2018 als Professor für Innere Medizin an der TU Dresden. Dort baute er mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe ein interdisziplinäres Spitzenzentrum zur Behandlung von Tumorerkrankungen auf und gründete zusammen mit Peter Harf die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die weltgrößte Einzeldatei ihrer Art. Er leitete die Studienallianz Leukämien mit über 50 Kliniken in Deutschland und Tschechien und ist ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO).
Die Forschungsarbeiten stehen in der wissenschaftlichen Tradition des Medizin-Nobelpreisträgers Prof. Georges Köhler. Köhler legte in Freiburg mit der Entwicklung der monoklonalen Antikörper den Grundstein für die moderne Immuntherapie. Das Forschungsteam um Dr. Marcus Dühren-von Minden führt dieses Erbe fort, indem es erstmals eine krankheitsspezifische BCR-Mutation in eine zielgerichtete Zelltherapie überführt. Dr. Dühren-von Minden hat seine wissenschaftliche Prägung im Umfeld von Prof. Köhler erfahren.
Nach erfolgreicher GMP-Produktion durch CELLEX wird innerhalb von zwölf Monaten mit dem Start der klinischen Prüfung gerechnet. Erste Ergebnisse im Menschen werden 2026 erwartet.
Sollte sich die präklinische Evidenz bestätigen, könnte der R110-basierte Ansatz künftig auch auf andere B-Zell-Erkrankungen übertragen werden.
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