(openPR) Moose gehören zu den ältesten Landpflanzen und spielen eine wichtige Rolle in zahlreichen Ökosystemen. Sie besiedeln unterschiedlichste Lebensräume – von feuchten Wäldern über Moore bis hin zu Felsflächen – und tragen wesentlich zur Regulation von Wasser- und Nährstoffhaushalten bei. „Die ökologischen Dienstleistungen dieser grünen Landpflanzen sind nicht zu unterschätzen. Durch ihre hohe Wasserspeicherkapazität verhindern Moose Bodenerosion, fördern die Bodenbildung und schaffen mikroklimatische Bedingungen, die anderen Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen Lebensraum bieten“, erläutert die Leiterin des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt in Jena Prof. Dr. Christine Römermann und fährt fort: „Ich freue mich sehr, dass wir nun gemeinsam mit der Universität Jena die Professur zur ‚Ökologie & Evolution der Moose‘ exzellent besetzen konnten.“
Seit heute steht Prof. Dr. Julia Bechteler an der Spitze der neuen Arbeitsgruppe. Nach dem Abschluss des Ersten Staatsexamens für das Lehramt an Gymnasien an der Ludwig-Maximilians-Universität München absolvierte Bechteler von 2014 bis 2018 ihre Promotion in Biologie an derselben Universität. Im Anschluss daran war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bonn tätig. Zwischenzeitlich übernahm sie eine Vertretungsprofessur für Pflanzenbiodiversität und -evolution an der Universität Bonn, bevor sie 2023 eine Juniorprofessur für Biodiversität und Ökologie der Pflanzen an der RPTU Universität Kaiserslautern-Landau antrat. 2024 folgte eine Professur für Phylogenomik und Systematik von Pflanzen oder Pilzen an der LMU München.
Im Fokus Bechtelers steht die Anpassung von Pflanzen an extreme Trockenheit, insbesondere im DFG-geförderten SFB1211-Teilprojekt „Desert Transcriptomics“, welches die molekularen Grundlagen der Anpassung von Wüstenpflanzen untersucht. Die Forschung der Biologin verbindet ökologische, evolutionäre und molekulare Ansätze und trägt damit wesentlich zum Verständnis der Biodiversität und der Anpassungsmechanismen von Pflanzen in extremen Lebensräumen bei.
Am Senckenberg Institut für Pflanzenvielfalt Jena widmet sich Bechteler künftig den spannenden Fragen, wie Moose ihre Umwelt prägen und sich im Laufe der Evolution an verschiedene Habitate angepasst haben. Ihr besonderes Interesse gilt dabei sowohl ökologischen Zusammenhängen als auch den genetischen Grundlagen von Anpassungsprozessen. Darüber hinaus wird sie die Kryptogamensammlung – Pflanzen, deren sexuelle Vermehrung ohne Blüte stattfindet – des Herbarium Haussknecht weiterentwickeln und deren Bedeutung für die Forschung stärken. Die Sammlung bietet einzigartige Einblicke in die Vielfalt der Moose und soll verstärkt genutzt werden, um ihre Rolle für Ökosystemfunktionen zu verstehen – etwa als Wasserspeicher, Klimaregulatoren oder Bioindikatoren für Veränderungen der Biodiversität im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen.
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