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Startseite » Duisburg » Forschungsraum an der FH Wedel stärkt städtische Landwirtschaft der Zukunft

Forschungsraum an der FH Wedel stärkt städtische Landwirtschaft der Zukunft

25. November 2025
in Duisburg
Reading Time: 3Minuten Lesezeit
Forschungsraum an der FH Wedel stärkt städtische Landwirtschaft der Zukunft
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(openPR) Die Fachhochschule Wedel startet das Forschungsprojekt „Urban Farming 4.0“ und eröffnet auf dem Campus einen neuen Forschungsraum, der als reales Testlabor für urbane Landwirtschaft dient – ausgestattet mit Hydroponik, automatisierten Beeten, Aquaponik, klassischen Beeten, Gewächshäusern und Bienenvölkern. Mithilfe von Sensorik, IoT und KI entwickeln Forschende digitale Zwillinge der Anbausysteme und erfassen per KI-gestützter Biodiversitätserkennung automatisch Daten zu Pflanzenvielfalt, Pflanzengesundheit und Insektenaufkommen. Ziel ist es, die Effizienz, Nachhaltigkeit und ökologische Wirkung urbaner Anbausysteme umfassend zu bewerten und zu verbessern. Das Projektvolumen beläuft sich auf insgesamt 1.169.349 Euro.

Die wachsende Weltbevölkerung erfordert neue Lösungen für eine ressourcenschonende Lebensmittelproduktion. Urban Farming kann dabei als lokale Ergänzung zur professionellen Landwirtschaft dienen und ist in Deutschland bereits stark etabliert – von Kleingärten über Obst- und Gemüseanbau bis hin zu Hobbyimkerei und modernen hydroponischen Systemen. Mit dem neuen Forschungsraum auf dem Campus der FH Wedel entsteht erstmals eine umfassende, praxisnahe Testumgebung, in der verschiedene urbane Anbausysteme realitätsnah untersucht werden. Das Projekt startet zum 1. Januar 2026 und verbindet technologische Forschung, ökologische Bewertung und gesellschaftlichen Wissenstransfer. „Wir schaffen eine einzigartige Forschungsinfrastruktur, die technische Innovation mit ökologischer Verantwortung verbindet“, sagt Prof. Carsten Burmeister, der das Projekt gemeinsam mit Kollegen leitet. „Durch digitale Zwillinge und KI-gestützte Biodiversitätserkennung können wir den Einfluss urbaner Anbaumethoden auf Ertrag, Nachhaltigkeit und Artenvielfalt erstmals ganzheitlich analysieren.“

Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung digitaler Zwillinge der Anbausysteme. Diese virtuellen Abbilder simulieren technische Abläufe und biologische Prozesse von Pflanzen, Substraten und Umwelteinflüssen. Ergänzt wird dies durch eine KI-gestützte Biodiversitätserkennung: Kameras erfassen automatisch Pflanzenvielfalt, Pflanzengesundheit und das Insektenaufkommen. So werden erstmals quantitative Aussagen darüber möglich, wie sich Urban Farming auf wichtige Nachhaltigkeitsaspekte auswirkt. Die erhobenen Daten fließen in eine open-source basierte Hard- und Softwareplattform ein, die zukünftig auch privaten Urban Farmer:innen zur Verfügung stehen soll. Testlabor auf dem Campus: Vielfalt an Anbausystemen

Der Forschungsraum umfasst eine breite Palette realer Anbausysteme, die unter kontrollierten, aber alltagsnahen Bedingungen untersucht werden: • Hydroponik • Automatisierte Beete • Aquaponik • Klassische Beete und Gewächshäuser • Mehrere Bienenvölker

Diese Vielfalt ermöglicht es, verschiedene Nutzungsformen des Urban Farmings unter vergleichbaren Bedingungen zu analysieren und innovative technische Lösungen zu entwickeln.

Der Forschungsraum ist ein zentraler Bestandteil der Lehre und dient Studierenden als praxisorientierte Lernumgebung für Projektarbeiten, Lehrveranstaltungen und Abschlussarbeiten. Dabei werden Themen aus Automatisierung, Industrie 4.0, nachhaltiger Agrartechnik und Biodiversitätsforschung miteinander verknüpft. Darüber hinaus stärkt das Projekt den internationalen Austausch: Bereits im vergangenen Jahr fand eine internationale Summerschool am Campus der Fachhochschule Wedel statt, die Urban Farming, ökologische Nachhaltigkeit und digitale Technologien zusammenführte. Dies ist auch für 2028 und 2029 geplant. Öffentliche Workshops, Seminare und Kooperationen mit lokalen Initiativen schaffen zusätzliche Anknüpfungspunkte für Bürger:innen und Urban Farmer:innen.

Unterstützt wird das Forschungsvorhaben durch ein breites Netzwerk aus Wissenschaft, Verbänden und regionalen Institutionen: • Prof. Sylvia Haider und Prof. Michael Staab (Leuphana Universität) sowie Prof. Kai Jensen (Universität Hamburg) als Expert:innen für Biodiversitätsforschung und Pflanzenökologie • Landesverband Schleswig-Holstein der Gartenfreunde e.V. • Streuobstwiesenverein Apfelsortenvielfalt Wedel e.V. • Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V. • Bauernverband Schleswig-Holstein • Wedeler Hochschulbund e.V.

Gemeinsam unterstützen sie Forschung, Austausch, Datenerhebung und die praktische Weiterentwicklung der Anbausysteme.

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